CO2 für Fischverarbeitende industrie
Im Sommer 2017 wurden zwei transkritische (CO
2) Kälteanlagen mit Multi-Ejektoren und Parallelkompression in Valencia, Spanien, in Auftrag gegeben. Die Anlagen wurden in einer Fischverarbeitungsanlage vom spanischen Produzenten GilComes installiert. Mit Installation und Inbetriebnahme dieser neuen Systeme wurde die Ära der synthetischen Kältemittel vor Ort beendet. Vorher arbeitete das Unternehmen mit einer Kälteanlage, welche mit dem Kältemittel R507A betrieben wurde. Dieses synthetische Kältemittel gehört zu den H-FKW Kältemitteln, welche durch ihren Treibhauseffekt unsere Umwelt extrem belasten. Ein wichtiges Anliegen des fischverarbeitenden Unternehmens war es deswegen, die ursprüngliche R 507A Kälteanlage, mit einem Kältesystem zu ersetzen, welches durch den Einsatz eines natürlichen Kältemittels betrieben wird.
Das neue, zukunftsorientierte CO
2-System ist so konzipiert, dass es vier verschiedene Temperaturniveaus erzeugen kann: Tiefkühlung bis zu -45°C und bis zu
-23°C, Plus Kühlung bei +2°C sowie bei +15°C. Die totale Kälteleistung der Anlage beträgt 764kW.
Nicht kalt, sondern eiskalt
Kälte benötigt GilComes konkret für die Sardellenverarbeitung. Die Fische werden dabei bei einer Temperatur zwischen +1°C und +3°C für einen Tiefkühltunnel vorbereitet, wo sie auf eine Temperatur von -23°C für die Lagerung tiefgefroren werden. Um die Produkttemperatur vor dem Eintritt in den Kühltunnel zu gewährleisten, werden die Fische in einem Wasserbad bei einer Temperatur von +0.5°C gründlich gereinigt. Bei einer Leistung von 400 kW und einer Verdampfungstemperatur (tiefste Temperatur im Kältekreislauf der Kälteerzeugung) von -45°C, werden die Fische innerhalb von acht Minuten auf -20°C tiefgefroren. Der Tiefkühltunnel kann eine Menge von 3000 kg pro Stunde respektive 24 Tonnen pro Tag verarbeiten.
Gerüstet für die Zukunft
Damit das neue System den Anforderungen genügte, wurden zwei unabhängige transkritische CO
2 Booster installiert. Die zwei Anlagen wurden so ausgelegt, dass die Plus- und die Minuskälte von beiden Anlagen abgedeckt werden kann. Fällt eine Anlage aus, kann die Andere den Betrieb aufrechterhalten.
Mit dem neuen Kältesystem hat GilComes eine wichtige Weiche für die Zukunft gestellt. Dank der mit natürlichen Kältemitteln betriebenen Kälteanlage verringert das Unternehmen mit seiner Fischverarbeitung einerseits seine CO
2 Emissionen und erfüllt andererseits vollumfänglich die gesetzlichen Anforderungen der F-Gas Verordnung*.
*Ab dem Jahr 2020 gelten in der EU strengere Bestimmungen betreffend synthetischer Kältemittel, welche deutliche Auswirkungen auf die Betriebskosten von Kälteanlagen haben werden. Per Gesetz wird der Einsatz einiger Kältemittel verboten oder eingeschränkt werden. Diese Einschränkung wird zu einer Verknappung der Kältemittelmenge und, folglich, zu massiven, bereits spürbaren Preiserhöhungen führen.
Die Rolle von Frigo-Consulting
Frigo-Consulting, das in Gümligen (Bern) ansässige Ingenieurbüro für Kältetechnik und einer der weltweiten Leader in der CO
2 Technologie hat das Kältesystem für GilComes konzipiert, evaluiert und dessen Umsetzung begleitet. Die Projektleitung erfolgte durch die spanische Niederlassung von Frigo-Consulting in Madrid.
Frigo-Consulting bietet im Bereich innovativer Kälte- & Energietechnik Unterstützung für:
- Planung von systemübergreifenden Gebäudekonzepten
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