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Pionierprojekt Migros Zürich Kreuz-platz Provisorium

Auf einer Verkaufsfläche von ca. 400 m2 erwartet die Kundschaft im Provisorium Migros Zürich Kreuzplatz grösste Vielfalt. Mit rund 40 Laufmeter Plus- und Minuskühlregalen bleibt kaum ein Wunsch offen. Die von der Lebensmittelkühlung anfallende Abwärme wird je nach Bedarf zum Heizen des Gebäudes verwendet. Dabei wird die Wärme bedarfsgerecht in verschiedenen Räumen oder Bereichen des Gebäudes mittels Deckengeräten und Türluftschleier an die Raumluft abgegeben.

Die neuartige Methode, die Wärme mittels CO2-Kreislauf im Gebäude zu verteilen, ist vielversprechend und kostensparend, denn die Anzahl Komponenten wird auf ein Minimum reduziert und die Wärme bzw. Kälte auf effizienteste Art und Weise an den Raum abgegeben. Für die Beheizung und Klimatisierung werden die gleichen Deckengeräte verwendet. Überschüssige Wärme wird wie bei herkömmlichen Anlagen über den Gaskühler an die Aussenluft abgegeben. Sollte einmal zu wenig Abwärme aus der Kälteanlage vorhanden sein, besteht die Möglichkeit, mit der gleichen Anlage dem Gebäude über einen oder mehrere Wärmepumpen-Verdichter Wärme von aussen zuzuführen.

Da dieses Provisorium voraussichtlich für rund zwei Jahre zum Einsatz kommt und anschliessend wieder abgebaut wird, ist die komplette eCO2cube Anlage in einem transportierbaren Gehäuse aufgebaut worden. Der Gaskühler wurde aussen direkt an das Gehäuse angebaut. Dies erlaubt es, die Anlage mit verhältnismässig geringem Aufwand zwischenzulagern und am nächsten Einsatzort wieder aufzustellen. Diese kompakte Bauweise bringt den weiteren Vorteil, dass kein zusätzlicher Maschinenraum benötigt wird. Dank optimierter Schalldämmung ist von der Anlage nichts zu hören, weshalb sie mitten in Zürich auf dem Dach des Provisoriums betrieben werden kann.

eCO2cube – das Konzept der Zukunft

Die Basis bildet eine herkömmliche CO2 Boosteranlage, die für die Kühlung von Lebensmitteln verwendet wird. Um im Gebäude ein angenehmes Klima zu schaffen, kann klimatisiert oder mittels Abwärmenutzung geheizt werden. Reicht die Abwärme der Kälteanlage nicht aus, wird zusätzliche Umgebungswärme genutzt. Die Art und Weise der Einbringung von Wärme und Kälte ins Gebäude richtet sich nach dem Kundenwunsch. Ob über ein Wassernetz, über die Luft oder direkt mit dem CO2 der Kälteanlage, welches durch im Gebäude verteilte Deckengeräte strömt. Selbst die Kombination aus allen drei Möglichkeiten oder die Integration von bestehenden Heizungs- oder Lüftungsnetzen ist möglich. Die Vorteile der Beheizung oder Klimatisierung über reine Deckengeräte liegen bei den tiefen Investitionskosten und den geringsten Wärme- und Kälteverlusten.

Unabhängig davon, welche Möglichkeit zur Wärme- und Kälteübertragung gewählt wird, bieten sich für die Anlage selbst verschiedene Aufstellungsmöglichkeiten an. Ob, wie herkömmlich, in einem Maschinenraum oder kompakt verpackt in einem aussen aufgestellten, wetterfesten Gehäuse ist frei wählbar. Aufgrund optimaler Schalldämmung der Ausseneinheit ist auch bei Vollastbetrieb kaum etwas von der Technik zu hören. Bei Bedarf kann der Gaskühler mit dem Gehäuse zu einem Element zusammengefügt werden, was das Konzept noch kompakter und flexibler macht.

Die Rolle von Frigo-Consulting

Von der Konzeption und der Planung dieses neuartigen Systems, über die Fachbauleitung während dem Einbau bis hin zur Inbetriebnahme war Frigo-Consulting federführend. Die massgeschneiderte Steuerung und Regulierung wurde von der Firma Carel umgesetzt.
 
Frigo-Consulting bietet im Bereich innovativer Kälte- & Energietechnik Unterstützung für:
  • Planung von systemübergreifenden Gebäudekonzepten
  • Konzeption, Auslegung und Realisierung von nachhaltigen Kälteanlagen & Wärmepumpen
  • Innovationen zur Einsparung von Primär-Energie
  • Anwendungsgebiete: Pluskühlung, Minuskühlung, Klimatisierung und Heizung
  • Schulungen und Audits
CO2 Boosteranlage, welche das Herzstück – den Verbund – beinhaltet. Zu sehen sind fünf der sechs Verdichter.
Eines der sechs Deckengeräte (oben rechts im Bild) im Migros Kreuzplatz Provisorium mit Heiz- und Kühlfunktion direkt durchströmt mit CO2.
Kälteanlage-Schema mit dem natürlichen, umweltfreundlichen Kältemittel CO2

Kooperation mit:

Oktober 2017

Projektverantwortlicher:
Marcel Bärtsch